Groundhopping Deutschland

Das Abenteuer Groundhopping hat wieder einmal gerufen und eine Gruppe von vier Personen folgte dem Ruf der deutschen Bundesliga.

Wir vier, das waren Pumplo, Simon, Schurl und meine Wenigkeit, Michael, trafen sich am Freitag, den 15. August gegen 23 Uhr vor dem Hauptbahnhof in Salzburg.
Schon am Bahnhof die erste Enttäuschung, Pumplo und ich wollten sich auch das Spiel Bayern gegen den HSV ansehen, hatten dafür auch Karten. Doch ein „unwissender“ Bediensteter der ÖBB gab uns noch am Donnerstag Abend zu verstehen, das jener Zug für den wir bereits Liegeplatzkarten gebucht hatten, keinen planmäßigen Aufenthalt in München hat. Und so verkauften wir die Tickets noch schnell und fanden uns damit ab, beim Bundesliga Auftakt in der Allianz-Arena nicht mit dabei sein zu werden. Am Freitag kurz vor der Abfahrt aus Salzburg stellten wir dann fest, dass der Zug doch einen Aufenthalt in München hat, die Enttäuschung war groß, verflog aber aufgrund der Tatsache dass ja noch zwei Bundesligaspiele auf dem Programm standen.

So ging es also mit der Bahn im Liegewagen nach Köln, von wo aus wir zwei Spiele besuchen sollten. Nachdem wir um halb acht Uhr Morgens in Köln angekommen waren, ging es zunächst in eine nette Unterkunft direkt beim Dom. Nach einem kurzen Besuch der lebendigen Innenstadt machten wir uns dann auf den Weg in Richtung Leverkusen, das ca. 20 Minuten mit der Bahn von Köln entfernt liegt. Leverkusen, ein eher überschaubares Städtchen, das ganz klar im Schatten von der Metropole Köln steht, wie eigentlich alles ringsherum von Köln. Wären in Leverkusen nicht das berühmte Bayerwerk und seine Werkself, man würde getrost am tragisch ausgestorbenen "Bahnhof" vorbeifahren. Verwunderlich war, dass man zwei Stunden vor Spielbeginn eigentlich nur Fans des heutigen Gegners Borussia Dortmund sah. Von Fans der Werkself keine Spur, nur vereinzelt sah man rot-schwarze Fans vorbeihuschen. Interessant wieder einmal das rege Interesse von Seiten der BVB-Fans an der Anwesenheit Violetter aus Salzburg - Nach intensiv geführten Gesprächen mit den Borussen und dem ein oder anderen Kölsch betraten wir das Stadion, das aufgrund seiner derzeitigen Umbauarbeiten kein Dach hat, eher an eine Beachvolleyball-Arena erinnert. Die Infrastrukur rund um die BayArena präsentierte sich echt schwach. Und auch so ist das kleinste Erstliga Stadion Deutschlands nicht gerade das Gelbe vom Ei. Stimmungsmäßig konnte über gewisse Phasen des Spiels lediglich der prall gefüllte Auswärtssektor in schwarzgelb überzeugen. Von Seiten der Leverkusener Fans, die als Heimmanschafft neuerdings interessanterweise ins Eck verbannt wurde, war Magerkost angesagt, was sicher aber auch mit dem frühen Rückstand zu tun hatte. Das Spiel gewann Borussia Dortmund verdient mit 3 : 2. Wir sahen ein sehr gutes Bundesligaspiel auf hohem Niveau mit vielen Torraumszenen und schnellen Vorstößen auf beiden Seiten. 2 mitgereisete Teufel durften diese packende Partie im Gästesektor des BVB miterleben, was da nach diesem Herzschlagfinale los war, bedarf wohl keiner Erklärung.

Nach unserer Rückfahrt und dem "Frisch-Machen" in unserer Unterkunft mussten wir uns natürlich auch das Nachtleben von Köln ansehen und ließen einen gelungenen Tag bei ein paar Kölsch perfekt ausklingen.
Der nächste Tag sollte uns das Spiel Borussia Mönchengladbach gegen den VfB Stuttgart bescheren. Von Köln aus eine Stunde mit der Bahn in Richtung Mönchengladbach. - Leider lachte die Sonne nicht so wie am Vortag - Es herrschte Tristesse je weiter man sich von der Metropole Köln entfernte. Brachland wo hin das Auge blickte, nur einige Atomkraftwerke zierten den Weg nach Gladbach. In Gladbach angekommen ging es mit dem Shuttlebus zum Stadion. Nachdem man in Gladbach fast kein Gebäude über zwei Stockwerke entnehmen konnte, war man um so mehr erstaunt, als man vor dem Borussia Park stand. Ein wahres Schmuckkästchen. Im Vergleich zur bayArena am Tag zuvor eine Steigerung um mindestens zwei Klassen. Nach einem Stadionrundgang (das Stadion befindet sich in einem ehemaligen Militärgebiet- bis auf den Borussen-Park existiert dort herzlich wenig) machten wir auch hier bald auf den Weg ins Innere des Stadions, wahrlich ein Wahnsinnsanblick, diese fast nagelneue Arena. Die Nordkurve der Borussia-Fans wirkte imposant, fast einschüchternd. Während dem Spiel herrschte bei den Fans der Gastgeber immer gute Stimmung, die auch nach dem frühen Rückstand der Hausherren nicht getrübt wurde. Der Gästeblock der Stuttgarter war bis auf den letzten Platz gefüllt und auch hier durften wir einen (überraschend) guten Auswärtssupport beobachten. Die Fanszene des VfB bleibt uns auf jeden Fall in positiver Erinnerung. Das Spiel, genau wie jenes am Vortag, war schnell und mit vielen Torraumszenen. Borussia Mönchengladbach verschenkt aber viel zu viele gute Möglichkeiten und so kam der VfB Stuttgart zu einem verdienten, ungefährdeten 3 : 1 Auswärtserfolg.

In einem überfüllten Regionalzug ging es gleich nach dem Spiel wieder retour nach Köln, wo noch einmal die sympathische Stadt Köln unsicher gemacht wurde. Tja und dann wartete schon wieder unser Zug in die Heimat auf uns. Ein gelungenes Wochenende mit zwei torreichen, guten Fußballspielen. Dieser Ausflug hat uns wieder mal Geschmack gemacht, in anderen Ländern Spiele zu besuchen und so wird auch der nächste Groundhop nicht lange auf sich warten lassen.

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