Martin Amerhauser und Robert Früstük im VT97-Interview
Die beiden ehemaligen Austria Salzburg Spieler im Dienste des GAK, Martin Amerhauser und Robert Früstük gaben dem Fanclub Violette Teufel ein gemeinsames Interview.
VT 97: Wie geht es Euch?
Martin: Danke der Nachfrage, mir geht´s gut.
Robert: Danke, gut.
VT 97: Es sind nun bereits fast 7 Jahre vergangen als Du das letzte Mal das Trikot der Salzburger Austria übergestreift hast. Wie ist es Dir seither ergangen und wo waren deine weiteren Stationen?
Robert: Meine Vereine seither waren Leoben, Bleiberg und der GAK.
VT 97: Praktisch über Nacht wurdest Du damals zu Bleiberg transferiert – wie kam es dazu? Was waren die Hintergründe?
Robert: Egon Putzi , der ehemalige Präsident von Austria Salzburg, besaß meine Transferrechte und transferierte mich nach Bleiberg.
VT 97: Mit Martin spielt ein weiterer ehemaliger Salzburger beim GAK. Wie ist euer Verhältnis und welche Rolle spielt Martin beim GAK?
Robert: Martin ist jetzt unser neuer Co-Trainer und spielt beim GAK eine sehr wichtige Rolle.
VT 97: Martin, Du hast soeben deine aktive Karriere beendet und bist Co-Trainer beim GAK geworden. Was hat Dich zu diesem Schritt bewogen?!
Martin: Es kommen gute, junge Spieler nach. Die Karriere als Trainer jetzt einzuschlagen war sehr reizvoll.
VT 97: Du scheinst Dich in Graz sehr wohl zu fühlen, was macht für dich den Reiz von Graz aus?
Martin: Graz ist eine schöne Stadt. Mein Sohn Maximilian geht ins Gymnasium und meine Frau Birgit hat einen tollen Job. Ich werde also sicher ich noch ein paar Jahre in Graz bleiben.
VT 97: Wird man den Fußballer Martin Amerhauser noch einmal sehen können?!
Vielleicht …
VT 97: Du hast in deiner Karriere für Anif, Austria Salzburg und den GAK gespielt. Dass heißt Du warst ein sehr Vereinstreuer Spieler.
Martin: Ich war bei den Vereinen bei denen ich war immer zufrieden, außerdem wollte ich nie eine große Veränderung.
VT 97: Oft standen Wechsel im Raum. Warum ist Dir der ganz große Schritt zB ins Ausland nie geglückt?
Du hattest mehrere Angebote anderer Vereine, u.a. von Nottingham Forest. Warum ist damals ein Wechsel nicht zu Stande gekommen?
Martin: Ich wollte einfach lieber in der ersten österreichischen Bundesliga, als zum Beispiel in irgendeiner ausländischen zweiten Liga spielen.
VT 97: Du warst bei Austria Salzburg in deiner ersten Saison als Stürmer im Einsatz. Nach deinem ersten Gastspiel beim GAK kamst Du als, einer der besten, linker Mittelfeldspieler zurück. Wie kam es zu dieser „Umschulung“?
Martin: Ich hab mich auf dieser Position einfach wohlgefühlt und konnte meine Stärken, wie etwa viel laufen, gut und präzise flanken, viel besser ausspielen.
VT 97: Du warst der Shootingstar der Salzburger Austria. Hast als ganz junger Spieler bereits sehr früh internationale Luft schnuppern können. Wie groß war der Druck auf Dich und wie bist Du damit umgegangen?
Martin: Als junger Spieler hat man noch nicht so viel Druck wie ältere Spieler. Für mich war die Situation als „Shooting Star“ eher angenehm als belastend
VT 97: Vielleicht das größte Spiel deiner Karriere? Wie sind deine Erinnerungen an das „große“ Spiel gegen Sporting Lissabon im Lehener Stadion?
Martin: Das sind Momente, die ich mein ganzes Leben nie vergessen werde. Solche Tage gibt es sehr, sehr selten.
VT 97: Robert, wie kam es im Sommer 2000 zu deinem Wechsel nach Salzburg?
Robert: Mein ehemaliger Trainer beim DSV Leoben, Günther Kronsteiner holte mich nach Salzburg.
VT 97: Wie sind deine Erinnerungen an die Zeit bei Austria Salzburg?
Martin: Es war eine sehr schöne Zeit bei der Austria. Es gab sehr viele positive Eindrücke die man nie vergießt. sehr schön.
VT 97: Du hast in deiner Zeit in Salzburg 52 Spiele bestritten und dabei 3 Tore erzielt, was für Erinnerungen hast Du an diese Zeit?
Robert: Ich habe tolle Erinnerungen! Geile Fans und mit Hans Backe hatte ich in Salzburg den besten Trainer meiner Karriere.
VT 97: Was waren Eure schönsten Momente im violetten Dress?
Martin: Die Meistertitel die ich mit Austria Salzburg feiern durfte. Die Tore die ich geschossen habe und die internationalen Auftritte waren meine ganz persönlichen Highlights.
Robert: Das erste Meisterschafts-Spiel und meine drei Tore.
VT 97: Habt ihr die Übernahme des SV Austria Salzburg durch Red Bull und die darauffolgende Neugründung der Austria verfolgt?
Martin: Die Übernahme durch Red Bull hat sich wahrscheinlich nicht aufhalten lassen. Die Neugründung find ich traditionell und wichtig für alle "richtigen Violette".
Robert: Ja, die Übernahme von Red Bull habe ich verfolgt. Die Neugründung der Austria habe ich leider nicht näher verfolgt.
VT 97: Austria Salzburg traf seit seiner Neugründung 3 mal auf deinen Stammverein Anif und musste dreimal eine Niederlage einstecken. Gegen keinen anderen Gegner hat die neugegründete Austria eine solche „Negativ“ Serie – Was kann man von Anif lernen und was macht dieses Team aus?!
Martin: Es wird in Anif sehr gute Arbeit geleistet. Solche Dinge aus der Ferne zu kommentieren, finde ich aber nicht richtig.
VT 97: Die Salzburger Austria ist seit ihrer Neugründung bislang jedes Jahr aufgestiegen. Denkst Du, dass sich der Verein in einer höheren Liga etablieren kann?
Martin: Es ist schwer zu sagen. Man braucht sicher viel Geduld, Zeit und Geld.
Robert: Ich denke ja .
VT 97: Welchen Rat kannst Du, als erfahrener Spieler, dem SV Austria Salzburg „auf dem Weg zurück“, geben?
Martin: Haltet an der Tradition fest und glaubt immer an Euch.
VT 97: Ihr habt mit dem GAK zuletzt nur denkbar knapp den Aufstieg in die Erste Liga verpasst. Wie hat sich in euren Augen dieser Tag abgespielt? Welche Gedanken gehen da einem durch den Kopf? Glaubt man da noch an Fairness und Fair Play im Fußball?
Martin: Es war der sportliche Tiefpunkt meiner Karriere. Ob das Ganze mit Fairness etwas zu tun hat, müssen andere Leute, die am Geschehen unmittelbar beteiligt waren, entscheiden.
Robert: Wir fuhren natürlich mit sehr viel Selbstvertrauen nach Linz. Nach achtzig Minuten führten wir zwei zu null und glaubten das Ding sei erledigt .Wie alles zu Ende ging ist ja allen bekannt und da noch an Fairness oder Fair Play zudenken ist sehr schwierig.
VT 97: Wie beurteilst Du die Diskussion um die Abschaffung der Regionalligen? Was ist deine Meinung zu diesem Thema?
Robert: Ist mir egal , weil sowieso fast jedes Jahr eine neue Reform überlegt wird.
VT 97: Wenn Du dir deinen Stammverein DSV Leoben ansiehst – was empfindest Du dabei? Blutet Dir da nicht das Herz, dass sich hier ein weiterer Traditionsverein von der Bühne verabschiedet?
Es ist wirklich schade, dass sich so ein Traditionsverein aus der Bundesliga verabschiedet. Leider gab es dort, zu viele „gscheite Leut“.
VT 97: Was hätte der DSV Leoben machen müssen, damit es nicht soweit kommt? Das möchte ich nicht beurteilen.
VT 97: Habt Du noch Kontakte zu ehemaligen Mitspielern aus eurer Zeit bei der Austria? Wenn ja, mit wem?
Martin: Ja natürlich! Mit Edi Glieder, Adi Hütter, Thomas Winklhofer und Richi Kitzbichler habe ich noch Kontakt.
Robert: Ich habe leider keinen Kontakt zu ehemaligen Mitspielern.
VT 97: Du bist 1998 mit der Nationalmannschaft nach Frankreich zur Weltmeisterschaft gereist.
Obwohl Du keinen Einsatz hattest, vielleicht doch einer der ganz großen Erfolge?!
Martin: Sicherlich einer der ganz großen Erfolge. Die WM war aus meiner Sicht ein Höhepunkt. Alleine das dabei sein war toll. Das „ i-Tüpfchen“ wäre natürlich ein Einsatz gewesen.
VT 97: Beim GAK wirst Du von den Fans als Held gefeiert. Bist als einziger Profi aus dem Meisterjahr durchgängig dem Verein, trotz vermutlich nicht geringer Gehaltseinbußen treu geblieben. Was hat Dich zu diesem Schritt bewegt bzw. bestätigt?
Martin: Wie schon bei einer der vorigen Fragen: Ich wollte keine großen Veränderungen. Ein halbes Jahr zB beim LASK oder in Kärnten oder, oder .... und dafür privat vieles ändern wollte ich nicht.
Außerdem glaube ich, dass der GAK wieder erstklassig wird. Da will ich mithelfen.
VT 97: Wie beurteilst Du deine Karriere?
Martin: Ich war immer sehr vereinsgebunden und fair. Eine Karrieremit mehr Höhen als Tiefen.
Robert: Ist so in Ordnung, wie es verlaufen ist.
VT 97: Was sind Eure sportlichen Ziele für die Zukunft?
Martin: Ich möchte als Trainer Erfolg haben.
Robert: Aufstieg mit den GAK.
VT 97: Robert, was wirst Du nach deiner Karriere machen? Bleibst Du dem Fußball, genau wie Martin in irgendeiner Form erhalten?
Weiß ich noch nicht. Würde aber schon gerne dem Fußball in irgendeiner Art und Weis erhalten bleiben .
VT 97: Welche Rolle spielt die Familie in deinem Leben?
Martin: Eins sehr wichtige Rolle! Es ist ein wichtiger Ausgleich zum Berufsleben.
Robert: Familie hat schon immer eine sehr wichtige Rolle in meinem Leben gespielt.
VT 97: Dein Sohn Maximilian ist mittlerweile auch schon 11 Jahre alt. Tritt er in die Fußstapfen des Herrn Papa?
Martin: Nachdem er von rechts hinten schon auf links hinten die Position getauscht hat und er mit Mariatrost 2009/10 leistungsklasse spielt, freu ich mich sehr ihm zuzusehen.
Martin, wie und wo begann deine Karriere als Fußballer und wie kam es zu deinem Engagement als VT 97: Profi?
Martin: Ich begann meine Karriere mit 8 Jahren in Anif. Mein Freund Harald Pitters hat mich damals überredet mit dem Kicken anzufangen. Mit 15 jähren ging es dann ins BNZ Salzburg, wo ich dann zur damaligen U21 unter Miro Polak kam. Mit 19 Jahren bin ich unter Otto Baric zur ersten Mannschaft gestoßen. So hat alles begonnen…
VT 97: Und wie war es bei Dir, Robert?
Robert: Ich begann meine Karriere beim ESV Knittelfeld.
VT 97: Robert, welche Schlagzeile würdest Du gerne über dich lesen?
Robert Früstük schießt GAK zum Meistertitel !
VT97: Danke für das Gespräch!
Wordrap Robert:
Austria Salzburg: tolle Karriere-Station
GAK: Jetziger Verein
Leoben: Karrierebeginn
Violette Teufel: Tolle Fans
Wordrap Martin:
Austria Salzburg: hat für mich Kultstatus. Karrierestart. Tolle Fans. Schöne Momente.
GAK: leider zur Zeit in der Regionalliga. Toller Verein. Ich glaube an eine große Zukunft.
Bundesland Salzburg: Meine Heimat, schönstes Bundesland.
Graz: Coole Stadt, viele junge Leute, südliches Flair.
